L02 – Prophet im Training

Petrus ermutigt die Gläubigen ihre Berufung (Stand in Christus) und ihre Erwählung (spezifischer Auftrag, Dienst) fest zu machen (2 Petr. 1,10ff). Wer dies tut, so Petrus, wird in seinem Wandel nicht stolpern/wanken. Darüber hinaus wird dieser Person der Eingang in die Königsherrschaft Gottes gewährt (Vers 11). 

Gottes Sinnen ist es, dass wir mit Ihm zusammen, als Söhne,  herrschen und die Realität des Königreiches auf die Erde bringen. Das heißt, dass Königreich nicht nur sehen (Joh 3,3), sondern erben (Gal 5,21ff). Erben bedeutet: “in Besitz nehmen”.

Um dies zu tun, rüstet der Herr die Gläubigen zu (Eph 4,11f). Dieses Training ist nicht mit einer “weltlichen” Ausbildung gleichzusetzten. Denn das Ziel Gottes ist es, in erster Linie,  seinen Sohn in dem Leben des Berufenen zu offenbaren. So das aus dem “SEIN”, das “TUN” hervor kommt (Gal 1,15). 

Dazu ist es nötig das Werk Christi zu erkennen und völlig im Glauben darauf ausgerichtet zu sein (Gal 2,20).  Neues Denken transformiert zu der neuen Person, in Christus (Röm 12,2ff; Eph 1,17ff; 2 Kor 3, 18ff).

Zu jedem Ausbildungs-Prozess gehören 3 Phasen:

  1. Das Erkennen von Gottes Bestimmung
    1. Gott redet persönlich
    2. Gott redet zu andere Personen (Leiter, Propheten usw.)
  2. Der Prozess der Vorbereitung (Training)
    1. Durch Situationen im Leben (Joseph, David)
    2. Durch Ausbildung und Zurüstung des 5fältigen Dienstes
    3. Mentoren und Vorbilder
  3. Die Einsetzung
    1. Gute Frucht ist erkennbar
    2. Menschen werden aufmerksam
    3. Öffentliche Bestätigung und Einsetzung zum Dienst 

Kernpunkte von Gottes Training

Über das Leiden der Propheten

Jakobus 5,10:

 „Nehmt, ihr Brüder, zum Vorbild die Leiden und die Geduld der Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben!“

Hebräer 11,32-38:

„Und was soll ich noch sagen? Die Zeit würde mir ja fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gideon und Barak und Simson und Jephta und David und Samuel und den Propheten, die durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, die Rachen der Löwen verstopften; sie haben die Gewalt des Feuers ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwertes entkommen, sie sind aus Schwachheit zu Kraft gekommen, sind stark geworden im Kampf, haben die Heere der Fremden in die Flucht gejagt. Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung wieder; andere aber ließen sich martern und nahmen die Befreiung nicht an, um eine bessere Auferstehung zu erlangen; und andere erfuhren Spott und Geißelung, dazu Ketten und Gefängnis; sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, sie erlitten den Tod durchs Schwert, sie zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, erlitten Mangel, Bedrückung, Misshandlung; sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Löchern der Erde.“

Ist das das Dienstprofil eines Propheten?

Matthäus 5,11: 

„Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln, denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren

Im Vergleich zur ersten Gemeinde, die unter massiver Verfolgung litt, scheinen die Herausforderungen der heutigen, westlichen Gemeinde oft gering. Dennoch gibt es sie! Nur in einem anderen Gewand.

Propheten haben ein sehr sensibles Herz, mit einem großen Verlangen nach der Herrlichkeit, Heiligkeit und Gegenwart Gottes. Sie möchten das der Wille Gottes erkannt und getan wird. Ignoranz, Oberflächlichkeit oder gar ein Lebenswandeln der außerhalb von Gottes Vorstellungen ist, verletzt ihr Herz. Sie tragen nicht nur eine Botschaft, sondern nehmen auch die Empfindungen und Herzensangelegenheiten Gottes wahr. 

Prophetische Menschen sehen sehr schnell die Missstände in der Gemeinde oder im Leben von Einzelnen und leiden darunter. Die Art und Weise darauf zu reagieren ist entscheidend. Propheten müssen lernen, über das Wahrnehmbare “zu schauen“ und Gottes Lösungen zu erkennen. 

Bewahre dein Herz!

“Mehr als alles andere bewahre dein Herz” (Spr 23,4). Das ist eine wichtige Lektion. Aus dem Herzen entspringt die Quelle des Lebens. Und diese Quelle gilt es zu bewahren. Schmerz, Bitterkeit und Frust dürfen die Botschaften nicht färben. Deshalb ist es wichtig in der Liebe zu bleiben und aus dem Herzen Gottes zu schöpfen (“Gnade um Gnade”). Es wird immer wieder Situationen und Menschen geben, die herausfordernd sind. Hier gilt es in Ihm zu bleiben (Joh 15,15) und weiterhin auf Gott zu vertrauen. Auch wenn wir das nicht so gerne mögen. Oftmals sind es die herausfordernden Situationen, oder Menschen die uns in eine neue Dimension unseres geistlichen Lebens bringen. Immer dann wenn wir, im Glauben Gott gemäß denken und handeln. 

Die richtigen Fragen stellen!

Hier einige gute Fragen für herausfordernde Situationen. 

  • Wer ist Gott in dem bestimmten Umstand? Für mich persönlich, oder die Situation?
  • Was ist Gottes Rat, seine Lösung für die jeweilige Situation?
  • Welche schöpferischen Worte möchte Er freisetzten?  
  • Welchen Aspekt der neunen Natur oder Bestimmung eines Menschen möchte Er adressieren? (Gott redet niemals zu der alten Natur eines Menschen – tu du es auch nicht!)
  • Wann reden, wann schweigen und beten?
  • Welche Offenbarung ist nur für mich, welche soll ich teilen?

Wir können uns Gottes Gunst und seine Liebe niemals verdienen. Aber Gott sucht treue Menschen, denen er vertrauen kann (Amos 3.17).

Menschen die durch seine Kraft gelernt haben stehen zu bleiben. Die trotz  Unverständnis, Ablehnung und den Angriffen des Feindes an ihrer Berufung und Erwählung festhalten (Röm 8, 32ff). 

Gottes Natur in dem Gläubigen

In 2. Korinther 3.18 heißt es, dass wir durch das Anschauen seines Bildes, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit ,verändert werden. Wir sehen seine Herrlichkeit, seine Natur, sein Wesen an. Durch das Werk des Heiligen Geistes erkennen wir das Bild Gottes in uns.

Die Natur Gottes:

  • 1 Petrus 1.4ff Wandeln in Gottes Natur
  • 1 Johannes 4.1 Gott ist Liebe
    • 1. Korinther 13.4 Die Liebe ist….
  • Galater 5.22 Früchte des Geistes beschreiben Wesen Gottes
    • Liebe
    • Frieden
    • Langmut
    • Freundlichkeit
    • Güte
    • Treue
    • Sanftmut
    • Enthaltsamkeit
  • Offenbarung 4.7 Wesen Gottes wird reflektiert
    • Adler Sohn Gottes – aus dem Himmel
    • Ochse Diener Gottes –  dienen, nicht aufgeben
    • Mensch Mensch Gottes – in seinem Bild geschaffen
    • Löwe König Gottes – regieren und herrschen mit Ihm

Exzellentes Denken

Negativität=Unglauben versus Gottes Gedanken=Glauben

  • Römer 12.1 Erneuertes Denken (“METAMORPHOSE”)
  • Sprüche 27.3 Wie ein Mensch denkt, so ist er!
  • 1. Korinther 2.16 “Wir aber haben Christi Sinn”
  • Kolosser 3.1 Himmlisch ausgerichtet

Gottes Absichten mit der Menschheit erkennen

Der Herr lehrt über das Maß eigener Vorstellungen hinaus zu denken.  Paulus sagt, zu den Gläubigen in Ephesus, dass er nicht zurückgehalten hat ihnen den ganzen Ratschluss (Heilsplan) Gottes zu verkündigen (Apg 20, 27). Paulus hatte ein tiefes Verständnis über Gottes Handeln mit der Menschheit.  Um nicht “verkürzte Botschaften” und Teilwahrheiten weiter zu geben, ist es wichtig Gottes Absichten zu verstehen. Aber auch das Handeln Gottes in der Vergangenheit und Gegenwart zu erkennen.

Propheten der Auferstehung

Das komplette alte Testament weist jedoch auf Christus hin. Alle Propheten drücken die Sehnsucht nach Erlösung und Wiederherstellung aus (Apg 3,21). Die Botschaften ihrer Prophetien handeln von einem besseren, neuen Bund;  der völligen Vergebung; den erneuerten Herzen der Gläubigen; usw. Natürliche Situationen und Personen weisen auf den Messias hin. Sie sind Schatten auf das Zukünftige (Joseph, David oder die Behausungen Gottes: Stiftshütte Mose, Hütte Davids, Tempel usw). So können wir sagen, dass die AT-Propheten völlig auf die kommende Erlösung, durch den erwarteten Messias, ausgerichtet waren.

Die neu-testamentlichen Propheten leben aus der Realität des vollbrachten Werkes und sind auf das Königreich Gottes ausgerichtet. “Dein Reich – wie im Himmel, so auf Erden”! Das warten ist vorbei! Die Zukunft ist jetzt! Wir leben in der Dimension der Auferstehung. Propheten sind, wie alle Gläubigen, mit Christus an himmlische Orte mitversetzt. Von dort aus sprechen und handeln sie. 

Das ist ein radikal anderes Konzept. Und die Gemeinde beginnt sich langsam in der Dimension dieser Realität zu bewegen (Nancy Cohen, Heidi Baker, Todd White, Redding).

Da wir immer aus dem Maß unseres Glaubens prophezeien, wird der Herr die Sichtweise und das Verständnis, eines Propheten, weiten und ihm Verständnis über seine Gedanken geben.

Wandel im Übernatürlichen

Übernatürliche Erlebnisse wie Visionen,Träume, Entrückungen, Engelbegegnungen usw. prägen das Leben eines Propheten. Ist er doch dazu berufen in dieser übernatürlichen Dimension Gottes zu wandeln und sie auch zu vermitteln.  So wird eine berufene Person lernen im Geist zu wandeln und sich ganz auf den Geist Gottes zu verlassen (Röm 8). 

Im 1. Buch Samuel, Kapitel 10 und 19, wird von einer Schar von Propheten berichtet. Gemeinsam hatten sie gelernt sich mit dem Hl. Geist zu bewegen und dessen Aufträge auszuführen. Ein anderes Mal werden sie von Samuel, ihrem Lehrer und Mentor, angeleitet. Auch bei Elisa finden wir “Companys von Propheten”. Sie leben und dienen zusammen. Lernen Gottes Möglichkeiten zu erkennen und darin zu leben (2 Kön 6ff). 

Gemeinsame Zeiten mit anderen prophetischen Personen des Gebets, des eintauchens in Gottes Gegenwart und des höres von Gottes Stimme sind für einen “angehenden” Propheten wichtig. Das Erlebte, Gesehene und Gehörte miteinander abzugleichen und darüber auszutauschen ist ein großer Gewinn. Denn es gibt Sicherheit im Umgang mit der eigenen Gabe.

Einsetzung

Das Erkennen der persönlichen Bestimmung ist nicht gleich die Einsetzung in den Dienst. Auch wenn es zu sehr übernatürlichen Begegnungen und Bestätigungen des Rufes kommen kann. Sondern diese Phase ist der Beginn des Trainings. Und dann “geht es los”. 

Gott hat für jede Person das entsprechende “Ausbildungs-Programm. So wie auch Jesus, wird es zu einem Wachstum an Gnade und Weisheit kommen. Es gibt Lektionen die gelernt werden müssen. Hindernisse die überwunden werden dürfen. Das Ziel ist, dass die Natur und das Wesen Gottes in einer Person ganz zum Ausdruck kommt. 

Wenn die Person beginnt Früchte hervorzubringen, werden Menschen das erkennen. An irgendeinem Punkt, wird es zu einer öffentlichen Bestätigung des Rufes und Dienstes kommen, gefolgt von einer Einsetzung unter Zeugen.

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