L05 – Der Charakter des Propheten

Nach den zwei praktischen Lektionen über unsere Bestimmung und Vision, geht es nun weiter mit der Berufung zum Propheten.

Dieses mal geht es insbesondere um den Charakter.

Viel Spaß und Segen beim Entdecken …

Erleidet jemand im Dienst Schiffbruch hört man oft diesen Satz: “Sein/Ihr Charakter hat die Gabe zerstört”. Damit es erst gar nicht so einem solchen Desaster kommt, möchte man Menschen so gut wie möglich für ihren künftigen Dienst vorbereiten. Eine gute Charakter-Schule soll gewährleisten den künftigen Herausforderungen und Versuchungen erfolgreich zu widerstehen. Aber wie biblisch ist das eigentlich? Wann und wo spricht den die Bibel von Charakter-Veränderung, oder Entwicklung?

Das Konzept der Bibel ist nicht Charakter Veränderung! Dieser Begriff führt uns in die Irre. Die Bibel fordert uns zu einem Wandel im Geist und in der neuen Natur auf (Eph 4,22-24; 5,1ff). Die Grundlage da für ist immer der Austausch am Kreuz. Dort ist fleischliche, alte Natur, mit Christus, gestorben (Gal 5,23). Und in seiner Auferstehung sind auch wir mit ihm, zu einem neuen Leben, auferweckt worden (Röm 6,1-4; Gal 2,20; Kol 2,12-13).

So geht es darum in Christus zu bleiben (Joh 15,15), den Stand in ihm fest zu machen (2 Petr 1,10) und gemäß dem neuen Menschen zu wandeln (Eph 5,1). Die wunderbare Natur des Vaters soll durch seine Söhne und Töchter, wie ein helles Licht, hervorstrahlen (Jes 60,1; Eph 5,8).

Wir sind Licht. Auch wenn wir manchmal noch nach alten Verhaltensmustern handeln. Diese sollen wir, in und durch den Glauben, ablegen (Eph 5,25; Kol 3,8).

Charakterveränderung >< Wandel in der neuen Natur

Werden wir aufgefordert unseren Charakter zu verändern, löst das in uns Gedanken aus wie:

  • mit mir stimmt was nicht
  • ich muss besser werden
  • ich muss mein Verhalten ändern

Schnell führen uns gut gemeinte Korrekturen in eine Position des Mangels und der “Selbsterlösung”. “Gebe ich mir nur genug Mühe, erreiche ich auch das gewünschte Ziel! ” In diesem Fall die Veränderung negativen Verhaltens. Die Wahrheit ist, je mehr ich mich mit einem Problem beschäftige, desto mehr verstärke ich es. Hier geht es nicht darum Dinge zu verleugnen, sondern sie aus Gottes Sicht zu betrachten, zu bewerten und anzugehen.

Beispiel:

Eine Person ist eifersüchtig auf Gaben und Möglichkeiten einer andern Person. Das ist eine unschöne Haltung. Sie tut der betreffenden Person nicht gut und kann in der Folge zu unpassenden Aussagen und Gefühlen führen.

Charakterveränderung: “ Ich muss etwas tun um diese Haltung los zu werden”. Buße, Befreiung usw”. Ich konzentriere mich das Problem los zu werden.

Wandel in Gottes Natur: “Diese Haltung ist nicht was ich bin. Sie reflektiert nicht mein Wesen”. Ich finde Ruhe in dem wer ich in Gott bin. Bin dankbar für das was ich bin und habe. Ein Original!

Drei Quellen der Einflussnahme im Training

Väter – Zuchtmeister – Folterknechte
1.) Zuchtmeister

Eine Person die ausbildet, trainiert und hilft sich gemäß einer genauen Vorstellung zu entwickeln. Zum Beispiel den Charakter, nach einem vorgegebenen Bild, zu entwickeln.

Es wird ein Bild vor Augen gemalt, dass es zu erreichen gilt. Paulus nennt das Gesetz, z. B. einen Zuchtmeister auf Christus hin (Gal 3,24).

Ein Zuchtmeister sagt das:

  • “Gebe dir Mühe, dann erreichst du das Ziel!”
  • “Strenge dich mehr an!”
  • “Arbeite härter dafür!”
  • “Diszipliniere dich!”

Ein Zuchtmeister:

  • hat eine gute Motivation
  • will das Beste für seinen Schüler
  • motiviert zur Veränderung
  • malt das Ziel vor Augen
  • Androhung von Konsequenz
  • Furcht vor Strafe oder Versagen (1 Joh – Liebe treibt die Furcht aus)

Problem:

  • das Ziel ist gut, aber unerreichbar (Röm 6, 7)

Auswirkung:

  • weckt Hoffnung Ziel zu erreichen
  • auf sich selbst ausgerichtet
  • Müde werden
  • Frustration über sich selbst
  • kann heuchlerische Haltungen hervorbringen

Zuchtmeister können natürlich Menschen sein, die uns ausbilden oder trainieren wollen. Im Gemeinde Kontext wenden wr meistens eine Mischung zwischen Gesetz und Evangelium an. Aus Furcht vor Versagen und Hölle kommt eine Art des Lehrens das dem eines Zuchtmeisers entspricht. Auch unser gesamtes Erziehungs- und Ausbildungssystem ist so aufgebaut. Meistes auch unsere Erziehung im Elternhaus. Wir können aber auch selbst mit uns in dieser Weise umgehen.

Das Gesetz muss uns irgendwann töten, damit wir in der Gnade leben können!

Fazit: Ein Zuchtmeister will Resultate erzielen, in dem er das Verhalten verändern!

2.) Väter

Ihr habt viele Zuchtmeister, aber wenig Väter schreibt der Apostel Paulus. Väter kennen das Erbe Christi und dessen Auswirkungen. Durch die Gnade Gottes vermitteln sie diese und führen Menschen in die Freiheit der Kinder Gottes.

Väter sagen:

  • Dir ist schon alles gegeben
  • Du bist heilig und tadellos
  • Du kannst aus der Natur Gottes leben und handeln

Väter:

  • Wecken Glauben (“Habt Gottes Glauben” – Mark 11.23)
  • Setzen frei
  • Vermitteln Gottes Werk
  • Geben Gnade
  • Führen in die Freiheit
  • Korrigieren in die Natur Gottes hinein
    • Jesus: “Wisst ihr nicht welches Geistes Kinder ihr seid”
    • Paulus: “ Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid”

Lösung:

  • Alles ist schon da und verfügbar!

Auswirkung:

  • Glaube
  • Auf Gott uns sein Heil ausgerichtet sein
  • Dankbarkeit, Gott bekommt die Ehre!
  • Wachstum
  • Entwicklung in Bestimmung
  • Freisetzung der Gaben und Talente

Erfahrungs Berichte in der Bibel:

  • Paulus Im Galater, Römer und auch im Philipper Brief werden auch die persönlichen Erfahrungen des Paulus deutlich (Röm 7; Phil 2)

Väter haben Gott uns seine Absichten erkannt und geben sie weiter. Nicht nur durch Worte sondern auch durch ihr Beispiel. Sie wandeln in der Gnade Gottes.

Fazit: Vaterschaft setzt die neue Identität frei. Diese bringt ein neues Verhalten hervor, dass zu anderen Ergebnissen führt.

3.) Folterknechte

Nagende, zerstörerische Urteile, Worte und Gedanken können zu wahren Folterknechten werden. Ein Folterknecht nimmt jede Hoffnung auf Veränderung. “Egal was du auch machst, es wird sich so wie so nichts ändern”. Du erreichst das Ziel nicht.

Jeder kennt die Geschichte des unbarmherzigen Knechts, der die geschenkte Gnade nicht an seinen Mitknecht weitergab (Matt 18,21-35). Am Ende wird er den Folterknechten ausgesetzt (Vers 34). Diese Geschichte soll uns davor bewahren nicht zu vergeben. Die geschenkte Gnade nicht für andere anzuwenden. Oder auch für uns selbst.

Manchmal haben solche negativen Gedanken aber auch eine andere Ursache. Dinge die wir erlebt haben, in die wir auch ohne eigenes Zutun involviert worden sind.

Folterknechte sagen, zum Beispiel:

  • du erreichst nie etwas
  • du bist minderwertig
  • zu unwürdig
  • mit wert voll
  • zu dumm
  • zu schwach…….

Jesus: “Wer zu seinem Bruder sagt: Du Narr! wird der Hölle des Feuers verfallen sein (Matt 5,21). Jesus ist sehr ernst wenn es darum geht, das Bild Gottes in einem Menschen zu zerstören (Jak 3, 9-11).

Folterknechte:

  • Haben das Ziel das Bild Gottes komplett zu zerstören
  • Arbeiten mit Lüge
  • Verursachen seelischen Schmerz
  • Gebundenheit, Gefängnis
  • Unfreiheit
  • sogen dafür das die negativen Gedanken und Gefühle wach bleiben
  • Mangel an Gnade
  • Können mit dämonischen Einfluss einhergehen

Auswirkung:

  • Hoffnungslosigkeit – bis Depression
  • Nicht in der Lage Gottes Bestimmung wirklich zu leben
  • Verdammnis, Schuldgefühle
  • Falsche Reaktionen
  • Wahrnehmung wird getrübt

Prominente, biblische Beispiele:

  • David: Ps 86,13 – “Du lässt meine Seele nicht im Scheol zurück”
    David war stark bedrängt und verfolgt
  • Joseph: 1. Mo 45 – Agypter und der Pharao hören sein weinen.
    Brüder hatten ihn verraten und verkauft
  • Elia: 1. Könige – Versteckt sich unter einem Busch und will sterben. Isebel droht in umzubringen. Versteckt sich unter Ginsterbusch und will sterben.

Lösung:

  • Die Wahrheit macht frei!

Zurück an den Punkt gehen, an dem die Lüge Raum bekommen hat. Mit dem Hl. Geist und dem Herrn die Situation anschauen und aus seiner Sicht bewerten. Sein Wort bringt Licht, Leben und Heilung. Redefinieren.

Fazit: Folterknechte wollen das Bild Gottes, die Identität und Bestimmung zerstören.

Gott hat dir so viel Freiheit gegeben, dass du dich entscheiden kannst wer oder was dein Leben beeinflusst. Was auch immer dein Leben prägen darf, wird auch durch dich andere berühren. Ob in Worten oder durch dein Verhalten.

Nicht umsonst ist der Ruf nach geistlichen Vätern (und Müttern) in unserem Land so groß. Denn nur das was den himmlischen Vater offenbart wird die Herzen der Menschen zur Ruhe bringen. Sie sättigen und aufrichten.

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