L06 – Der Prophet als Diener Gottes

Amos 3,7 – Denn der Herr, Herr, tut nichts, es sei denn, dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, enthüllt hat.

Der Herr, Herr, tut nichts,

“Nichts verlässt den Himmel, was nicht zuvor gesehen worden ist”! Jesus sagt:

… es sei denn, dass er sein Geheimnis …

Seinen Rat, seinen Plan: Hier geht es darum, dass ein Kreis von Menschen zusammen kommt, die das Vertrauen Gottes genießen. Er bezieht sie mit ein in seine Entscheidungen und geheimen Pläne. Er hält mit ihnen eine himmlische Ratsversammlung.

… seinen Knechten …

In diesem Zusammenhang geht es nicht um einen Sklaven, der für einen anderen arbeiten muss, oder jemand, der unterworfen wurde. Das Wort (“abad”) wird auch für Minister, Beamte und Offiziere benutzt. So werden Privilegien von Vertrauensstellung und Nähe mit zum Ausdruck gebracht. Auch die Dimension des Regierens wird deutlich (Jer 28.13).

… enthüllt hat

Enthüllt, bekannt gemacht, geöffnet, entblößt, aufgedeckt: Etwas wird sichtbar gemacht, ein Geheimnis preis gegeben. Die Augen werden geöffnet (Ps 119.18), um zu sehen.  

Johannes 5,19+20 – Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was der tut, tut ebenfalls der Sohn. Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selbst tut;

Die Natur Gottes in uns lässt uns dienen

Die Natur des Vaters ist die eines Dieners. Er dient der Menschheit, in dem er das Beste gibt, das er hat: seinen Sohn (Joh 3,16).  Jesus ist das Abbild des Vaters selbst (Kol 1; Heb 1) und demonstriert die dienende Haltung Gottes durch sein Leben. Jesus erlöst die Menschen als ein Diener, ein Knecht (Jes. 53).

gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. (Mk 20,28)

Jesus spricht über das Dienen und wahre Größe:

  • Math 20,26 Wer unter euch der Größte sein will
  • Math 23,11 Wer sich erniedrigt wird erhöht werden, wer sich erhöht
  • Mark 10,43 Nicht herrschen, sondern dienen
  • Joh 13,4ff Beispiel der Fußwaschung. Die Liebe drückt sich aus, in dem Jesus dient. So fordert auch Jesus Petrus nach seinem Versagen auf “Hast du mich lieb”?

  – “Weide meine Schafe”!

Dienen aus Liebe

Propheten sind Diener. Im neuen Bund kommt alles Handeln aus dem Paradigma des Sohnes. In diesem Sinne bezeichnet sich auch Paulus als Sklave oder Diener Jesu Christi. 

Dafür halte man uns: für Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes (1. Korinther 4.1)
Paulus, Knecht Gottes, aber Apostel Jesu Christi (Titus 1.1)

Jedoch nicht aus Zwang, sondern gefangen und überwältigt von der Liebe Gottes.

Denn die Liebe Gottes drängt uns” (2. Korinther 5.14) –  
bedeutet: sich gedrängt oder getrieben fühlen, zusammengedrückt werden, ergriffen sein, unter dem Einfluss stehen.

Die Motivation zu dienen ist die Liebe zu Gott und zu dem, was Er liebt. Das was einen Propheten antreibt, ist die Sehnsucht, Gottes Pläne, Gedanken und Herzensanliegen realisiert  zu sehen. 

Fazit: Wer aus ungeheuchelter Liebe dient, hat Zugang zu Gottes Herzen und Geheimnissen.

Dienen in einer uneigennützigen Haltung

Ein Diener oder Knecht arbeitet nicht für sich selbst, noch geht er  seinen eigenen Anliegen nach. Sein Fokus liegt darin, seinem Herrn zu folgen. Jesus sagt:

Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach. Und wo ich bin, wird auch mein Diener sein. Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren. (Johannes 12.26)

Jesus bezeichnet uns nicht als Knechte (Johannes 15.15). Wir selbst aber geben uns Jesus in einer dienstbaren Haltung hin (Lukas 17.10). 

Philipper 2.2ff – “Diese Gesinnung sei in Euch” 

Wenn wir unseren eigenen Vorteil suchen, unabhängig und eigennützig handeln, dienen wir nicht dem Herrn

  • Philipper 2.20 “alle suchen nur das ihre”
  • Galater 1.10 “würde ich noch Menschen gefallen, wäre ich nicht… “

Fazit: Wer uneigennützig dient, hat Teil an Gottes Absichten und Ratschluss.

Dienen in völliger Hingabe und Gehorsam

Aus uns selbst heraus können wir diese Art der Liebe und Hingabe nicht produzieren. Wir lieben, weil:

  • 1. Joh 4.19 er uns zuerst geliebt hat
  • Römer 5.5 die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen wurde
  • 2. Petrus 1.4 wir Teilhaber seiner Natur sind
  • 1. Kor 6.17 wir eins mit Ihm sind
  • Hohelied eingetaucht in seine Liebe und sein Bild von uns sind
  • Römer 8.32 wir alles in ihm haben 

Wir dienen nicht, um unsere eigenen, tiefen Bedürfnisse zu stillen (“deep needs”)

  • Akzeptanz
  • Liebe
  • Sicherheit
  • Bestimmung
  • Ressourcen

In ihm sind wir gesättigt und zur Ruhe gebracht worden (Ps 23). Jesus  ist unser ein und alles = Gott! 

Nur so ist es möglich, sich ganz hinzugeben und sich völlig dem Willen Gottes unterzuordnen. Die Motivation ist immer Liebe, dennoch findet sie ihren Ausdruck im Gehorsam und in der Hingabe an den Willen Gottes. Zu oft gehen wir mit unserer westlich modernen Sichtweise an die Bilder der Bibel. So füllen wir mit unserem Gedankengut biblische Wahrheiten und “verwässern” sie.  Ein Beispiel dafür ist unser Verständnis der Beziehung zwischen Sohn und Vater, oder auch unsere Sichtweise von Bräutigam und Braut, in der Schrift. In beiden Fällen geht es um eine liebevolle Beziehung oder ein Bundesverhältnis. Dennoch ehrt sowohl der Sohn, als auch die Braut ihr Gegenüber.  Im uneingeschränkten Vertrauen gehorchen, dienen und folgen sie. 

“Gehorsam bringt dich an einen Ort, an den dein Verstand dich niemals hinbringt” (Dr. Richard Hays).

Sohn

entspricht dem Erben und Mitregenten. Auch im hohen Alter leisten die Söhne ihren Vätern Respekt und Gehorsam. 

Das Wort für Sohn ist  “hyios”. In erster Linie wird mit diesem Begriff eine sehr enge und liebevolle Beziehung beschrieben. Dieses Wort wird auch für den Sohn, den rechtmäßigen Nachkommen gebraucht. Auch beschreibt es den Herrschaftsbereich, in dem sich jemand befindet. Hyios beschreibt mehr als nur die Abstammung,  auch die damit verliehene Würde und die Rechte des Standes werden miteinbezogen.  Mit der Sohnschaft geht auch ein bestimmtes Verhalten einher, sie repräsentiert Werte und gibt Orientierung.

Beispiel: Abraham und Isaak.

Braut 

entspricht der Ehefrau, Königin und Mitregentin. Das Verhältnis zum Ehemann war von Respekt und Gehorsam geprägt, natürlich aus Liebe und Hingabe (“Hohelied der Liebe”) 

Negativbeispiel: Königin Wasti 

Positiv: Königin Esther 

Fazit: Wer im Gehorsam Gott dient, hat Freiheit im Glauben und übt Autorität aus. 

Dienen  in Treue

1. Timotheus 3,8 zuerst erprobt werden; Leben aus Gott muss erkennbar sein

1. Timotheus 4,12+13 Vorbild in Wort, Wandel in Liebe, Glauben und Keuschheit

2. Timotheus 1,7 ohne Furcht! Geist der Kraft, Liebe, Besonnenheit (Weisheit)

2. Timotheus 1,14 bewahre das schöne anvertraute Gut durch den Hl. Geist!

2. Timotheus 2,1 sei stark in der Gnade!

2. Timotheus 2,3 nimm teil an den Leiden als guter Streiter Jesu Christi!

2. Timotheus 2,24 ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern……

2. Timotheus 3,14 du aber bleibe in dem was du gelernt hast und wovon du…

2. Timotheus 4,5 du aber sei nüchtern in allem, ertrage Leid… vollbringe…….

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