L07 – Dienst und Aufgabenprofil

Mehr als alle anderen Dienste steht der Prophet für Intimität, Nähe und Vertrautheit  zum Herzen Gottes. 

Er ist das Mundstück Gottes, der die Aussprüche, Geda#nken und Absichten Gottes spricht. Nach wie vor zieht Gott seine Propheten in sein Vertrauen und lässt sie an seinem Herzensanliegen teilhaben (Amos 3,7;  Offenbarung 10,7).

Anders als im alten Bund ist der Prophet aber nicht mehr die primäre Stimme, durch die Gott zu seinem Volk spricht. Nun steht allen Gläubigen die Fülle und die Führung des Geistes zur Verfügung (Röm 8,14). Jeder Gläubige ist in der Lage, die Stimme Gottes zu hören (Joh 10,27) und wird ermutigt zu prophezeien (1 Kor 14,1+5). Das Zeugnis der Gegenwart Jesu ist der Geist der Prophetie (Off 19,10). Dem prophetischen Reden Gottes sollte in jeder Zusammenkunft Raum gegeben werden (1 Thess 5,19-21; 1 Kor 12, 1-11; 14 +15).

Im neuen Bund ist der Prophet Teil eines fünffältigen Teams geworden, der die Gemeinde zum Dienst zu- und ausrüstet. Die Gläubigen sollen der ganzen Fülle Gottes teilhaftig werden. In Einheit und Reife Christus auf der Erde repräsentieren (Eph 4,11ff). Ohne den Dienst eines Propheten wird die Gemeinde zu einer “natürlichen, kirchlichen Institution”.  Denn es gehört zu seinen Aufgaben, die Person und das Wirken des Hl. Geistes zu vermitteln und der Gemeinde die übernatürliche Dimension des göttlichen Wandeln zugänglich zu machen. 

Das mag sich im ersten Moment so anhören, als wäre der neu-testamentliche prophetische Dienst in seiner Auswirkung eingeschränkter. Dem ist aber nicht so. Der neue Bund überstahlt den alten um ein Vielfaches (2 Kor 3). Das Erbe, die Herrlichkeit und damit verbunden Privillegien in Chrisus, geben uns unlimitierte Möglichkeiten. Wir sind Teilhaber der göttlichen Natur und Erben des Reiches Gottes geworden. Nun handeln Propheten nicht mehr nur punktuell, wenn sie unter den Einfluss des Hl. Geistes kommen, sondern sind in den anhaltenden Stand “in Christus” hineingeboren. Das erkannten die alttestamentlichen Propheten nur bruchstückhaft. In Schatten und Bildern für zukünftige Zeiten angekündigt, ist nun geistliche Realität geworden und zugänglich gemacht.  So ruht der NT-Prophet im Werk Christi (Heb 1.1ff). Er kennt Jesus und macht die Person und das Werk seines Herrn sichtbar.  Er ist mit hineingenommen in die Einheit mit dem Vater, Sohn und Hl. Geist. Und aus vertrauter Einheit spricht und wirkt er. 

So sagt Jesus über Johannes den Täufer, dem letzten Propheten im alten Bund, und den direken Wegbereiter von Jesus selbst:

Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, sage ich euch, und mehr als einen Propheten. Dieser ist es, von dem geschrieben steht: “Siehe ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.” Wahrlich, ich sage euch, unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer; der kleinste aber im Reich der Himmel ist größer als er. (Matt 11, 9-11)

Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes. (Vers 13)

Im neuen Bund ist alles anders! Jesus sagt: 

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke tun, die ich tue, und wird Größeres als diese tun, weil ich zum Vater gehe. (Joh 14,12).

Gemeinsam mit dem Dienst des Apostels nimmt der Prophet nochmals eine besondere Rolle im fünffältigen Dienstteam ein. Durch Offenbarung und Autorität des Heiligen Geistes (Eph 3,5/2,20 ) legen sie zusammen das geistliche Fundament der Gemeinde. Beide sprechen aus himmlischer Offenbarung. Beide bringen durch ihren Dienst den Himmel auf die Erde.  

Aufgaben des prophetischen Dienstes: 

  • Das Wort Gottes aussprechen, prophezeien, verkündigen und lehren. 
  • Durch Heilungen, Wunder, Zeichen und andere Manifestationen des Hl. Geistes das Königreich Gottes demonstrieren.
  • Das Herz Gottes,  auch die Gefühle,  offenbaren (Jer 4,19). 
  • Sehen und Hören, was der Vater tut (Joh 5, 19+30).
  • Im Ratschluss Gottes stehen: sehen, hören und regieren (Jer 23,18).
  • Gemeinsam mit dem apostolischen Dienst den neuen Bund und dessen Auswirkungen zu vermitteln – durch Lehre und Demonstration (Eph 2,20). Apostel und Propheten sind wie Vater und Mutter. 
  • Die Person, das Wirken und die Gaben des Heiligen Geistes zugänglich machen (1 Kor 2,10ff).
  • Die Gemeinde “prophetisch” machen.; aus- und zurüsten (Eph 4,11ff). 
  • Übernatürliche Dimension des Reiches Gottes aufzeigen. Kooperation mit dem Himmel (Engel; Sieben Geister Gottes; Wolke der Zeugen usw., siehe Apostelgeschichte). Sie sind “Himmels-orientiert”. 
  • Dem Gläubigen helfen, seine Berufung und Bestimmung zu finden (1 Tim 4,14-16, Apg 13,1-3).
  • Ermutigen, trösten und auch ermahnen/korrigieren (1 Kor 14,3).
  • Richtung weisen und klare Sicht vermitteln  (Apg 9,10-12; 10,9-13; 11,27+28; 16,6-10).
  • Leiten und regieren (Röm 8.19-22).
  • Propheten offenbaren göttliche Sicht und bringen Leben,  schaffen RE-definierende Momente (Hes 37.1ff).
  • Sind Wegbereiter für Bewegungen Gottes (“Geist des Elia”). Wagen sich weiter als der Status Quo. 
  • Bringen Lobpreis und Anbetung auf ein “himmlisches Level”. Der Lobpreis in der Hütte Davids wurde ausschließlich von Propheten geleitet (1 Chr, Kap  16 + 25). Gott thront im Lobpreis seines Volkes, das sollte wahrnehmbar sein! 
  • Der prophetische Dienst wirkt mit in der Ernte – durch Offenbarung und Richtungsweisung (1 Kor 15, Jona und Ninive).
  • Das Prophetische beeinflusst die Gesellschaft,  durch neue Lösungsansätze, durch die Weisheit Gottes,  Erfindungen vom Hl. Geist,  Kreativität,  die Kultur des Himmels  (Jes 2,1-5; Ps 68, 17).
  • Propheten erkennen und setzen Gottes Bestimmung für Städte, Regionen, Länder frei. 
  • Propheten sind Fürbitter.

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