L14 – Die Sprache des Heiligen Geistes – Teil 1

Wenn wir Gottes Reden verstehen und weitergeben wollen, brauchen wir ein gutes Verständnis biblischer Symbolik.

Symbole, Bilder, Rätsel und Sinnbilder (Typen)


Prophetie = Gottes Reden hören, verstehen und weitergeben.

Gott redet sehr oft in Bildern und Symbolen. -> Träume, symbolische Visionen, etc.

Aber auch die Bibel ist voll von solchen Bildern und Symbolen.

Wenn wir sie nicht verstehen, geht uns ein Reichtum von Offenbarung verloren, – und nicht zuletzt laufen wir Gefahr, die Bibel – und damit Gott – misszuverstehen.

Der Heilige Geist spricht

In den Offenbarungsgaben

Es ist der Heilige Geist, der heute mit uns redet. 

Joh 16,13-15  –  Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, dass er von dem Meinen nehmen und euch verkündigen wird.

Nicht nur eine wunderbare Stelle für die Dreieinigkeit. es ist der Heilige Geist, der mit uns redet.

Als Autor der Bibel

Es ist derselbe Heilige Geist, der auch die Bibel inspiriert hat. 

2. Petr 1,20-21  –  Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, daß keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.

Es ist also dieselbe Person, die die Bibel inspiriert hat, die auch heute zu uns redet.

Eigene Symbolsprache?

Bei Träumen sagen wir oft, dass Gott individuell zu uns redet in unserer eigenen Traumsprache. Das stimmt.

Wenn es aber um die Interpretation der Bibel geht und auch um eine grundlegende Symbolik in unseren Träumen und Visionen, ist es gut zu verstehen, was die Sprache des Heiligen Geistes ist.

In dieser Lektion gibt es Grundlegendes dazu, in der nächsten Lektion gehen wir genauer auf einzelne Bilder und Smybole ein.

Die Sprache der Propheten

Wir sehen wie sich die symbolische und bildhafte Sprache des Heiligen Geistes wie ein roter Faden durch die Bibel zieht. Verschiedene Propheten benutzen immer wieder gleiche und ähnliche Symbole und Sinnbilder, um ähnliche Botschaften zu vermitteln.

So sehen wir bspw. wie Gott zu Johannes in der Offenbarung in den genau gleichen Bildern und Symbolen spricht, wie er es auch mit den alttestamentlichen Propheten getan hat. (Wenn wir das nicht berücksichtigen, laufen wir Gefahr, die Offenbarung misszuverstehen).

Bibelauslegung: wörtlich oder symbolisch

Das ist ja die große Diskussion zwischen verschiedenen theologischen Schulen und Ausrichtungen.

Im evangelikalen Bereich neigt man dazu möglichst alles wörtlich auszulegen, weil man Gott “beim Wort”, – also das Wort Gottes ernst nehmen will.

Man versucht sich abzugrenzen gegen liberale Theologen, die die Bibel historisch, kritisch  auseinanderpflücken und am Ende nichts mehr davon übriglassen. 

Ich glaube man muss einen guten Mittelweg finden und so wie wir in der Bibel selbst aufgefordert werden, das “Wort richtig schneiden”.

2. Tim 2,15  –  Strebe danach, dich Gott bewährt zur Verfügung zu stellen als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit in gerader Richtung schneidet!

Wir sind Arbeiter am Wort

Wenn wir im Dienst eines Propheten stehen, stehen wir auch gleichzeitig im Dienst des Lehrens und Verkündigens. Das heisst, wir müssen gute und bewährte Arbeiter sein.

Das bedeute wir arbeiten. Wir arbeiten mit dem Wort!

Bibelaufschlagen und den Finger hineinlegen hat seinen Platz, aber da muss mehr sein.

Wir müssen die Schätze aus dem Wort herausholen.

Ps 119,18 Öffne meine Augen, damit ich schaue die Wunder aus deinem Gesetz.
Ps 119,162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet.

Gerade schneiden

Das hat etwas mit Trennen zu tun, mit Unterscheiden. Es gibt mehrere Weisen, wie wir das Wort schneiden müssen.

Eine davon: die Bündnisse – insbes. Alter und Neuer Bund.

Eine weitere ist, dass wir die Art und die Ausdrucksweise des Textes verstehen und berücksichtigen.

Arten von Texten
  • historische Berichte
    Geschichten des Volkes Israel, die Evangelien, die Apostelgeschichte,
  • Anweisungen, Weisheit, Lehre
    Sprüche, Briefe des Paulus, 
    1. allgemeingültige geistlich, theologische Grundaussagen
      Epheserbrief, Römerbrief, Hebräerbrief
    2. Kontext- und Zeitbezogene praktische Anweisungen
      Bspw. seelsorgerliche Texte an eine bestimmte Person oder Gemeinde gerichtet (Timotheus, Korintherbriefe, etc)
  • prophetische (sehr oft symbolische) Aussagen
    die Propheten im AT, Offenbarung
  • Lieder, Gedichte, Poesie
    Psalmen, Hohelied
  • Mischformen davon (sehen wir gleich mehr bei den Sinnbildern/Typen)
    Schöpfungsbericht, verschiedene Personen, Ereignisse, etc. die als Typen stehen

Es ist natürlich klar, dass wenn man diese Unterscheidung nicht macht, laufen wir Gefahr, die Aussagen der Bibel misszuverstehen.

Bspw. Kopftuch der Frauen bei Paulus

Symbolische Texte

Oft haben Passagen eine Symbolische Bedeutung, manchmal auch (bei Sinnbildern) beides.

Mache Stellen sind offensichtlich -> Psalm 23, der gute Hirte. Jesus führt uns natürlich nicht wörtlich auf eine grüne Wiese wo wir uns hinlegen können. Es ist im übertragenen Sinne zu verstehen. 

Aber das Symbol (Bild) kreiert eine bestimmte Assoziation in uns, die der Aussage ein starke Bedeutung und einen starken Eindruck in uns verleiht.

Es würde aber keinen Sinn machen, bei der Stelle, an der Paulus zum Bsp. in einem Korb die Stadtmauer hinunter gelassen wird, eine Symbolik versuchen zu entdecken. Es ist einfach ein historischer Bericht.

Sinnbilder (Typen) und Symbole

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Sinnbildern (Typen) und Symbolen.

Symbole

Ein Symbol ist ein einfacher Gegenstand, der eine bestimmte symbolische Aussage hat:

  • Wasser
  • Feuer
  • Edelstein
  • Leuchter
  • Altar
  • Opfertier
  • Ölbaum

Wenn wir diesen Symbolen in einem prophetischen/symbolischen Text begegnen, dann haben diese immer eine bestimmte, Bedeutung. Diese Bedeutung ist nimmer immer gleich.

Es gibt also keinen Code, den man einfach anweden kann. Stattdessen soll ja das Bild wirken, es soll in unserem Geist und Gedanken Assoziationen, Gefühle und Konzepte entstehen lassen, die der Aussage dieses Bildes entsprechen. GEmäss dem kann man dann vom Kontext her die symbolische Aussage verstehen.

Propheten wurden oft gefragt von Gott: “Was siehst Du?” und dann gab er ihnen die Auslegung.

Jer 1,11  –  Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen: Was siehst du, Jeremia? Da sprach ich: Ich sehe den Zweig eines Wächterbaumes.
Jer 1,13  –  Und das Wort des Herrn erging zum zweitenmal an mich: Was siehst du? Da antwortete ich: Ich sehe einen siedenden Topf, der kommt von Norden her!

(s.a. Jer 24,3 / Am 7,8 / Am 8,2 / Sach 4,2 / Sach 5,2)

Sinnbilder (Typen)

Sinnbilder sind etwas komplexer. Es sind oft bestimmte Ereignisse oder auch das Leben oder Lebensabschnitte einer Person, die auf etwas anderes hindeuten oder eine symbolische Aussage haben.

Es gibt bspw. ganz viele Sinnbilder auf Jesus hindeuten.

Ein Sinnbild enthält symbolische Handlungen, symbolische Gegenstände oder Personen. Während ein Symbol immer ein einzelner Gegenstand ist mit einer Bedeutung, kann ein Sinnbild mehrere Symbole enthalten, die eine gemeinsame Aussage schaffen.

gr. TYPOS = Markierung (Einschlag von einem Schlagstempel), Abdruck, Figur, Form, Beispiel,

Sinnbilder (Typen) deuten allermeist auf eine zukünftige Erfüllung hin.

Beispiele für Sinnbilder

Gegenstand
  • Stiftshütte (enthält viele Symbole) -> Christus.
  • das gesamte Opfersystem -> das Opfer Christi und seine vielfache Bedeutung.
Ereignis 
  • Jona im Bauch des Fisches -> Tod und Auferstehung Jesu
  • Mose schlägt den Felsen -> Christus am Kreuz
  • Abraham opfert seinen Sohn -> Opfer Jesu am Kreuz
  • die jüdischen Feste
Person
  • Adam -> Christus (Röm 5,14)
  • Joseph -> Christus (rettet seine Brüder)

Sehr oft ist das Sinnbild eine “Vorschattung” auf eine Person oder ein Ereignis, das in Zukunft geschehen wird. Starke prophetische Komponente. 

Der rote Faden

Hier möchte ich einige Beispiele aufzeigen, wie sich manche Symboliken wie ein roter Faden durch die Bibel hindurch ziehen.

Garten

  • Die Geschichte der Menschheit beginnt in einem Garten. (wofür steht der Garten wohl?)
  • Der Fall verschließt den Garten. Stattdessen Fluch, Armut, Mühe, Leid, Schmerz
  • Kain zog ins Land Nod, eine Einöde – Wüste und Einöde wird im Gegensatz zum Garten immer als Symbol für den Fluch und den unerlösten zustand benutzt.
  • Verheißung eines Landes an Abraham
  • Söhne Jakobs gehen nach Ägypten ins Land Goshen (1. Mo 13,10 / 1. Mose 45,18; 47,5-6+11+27 / 2. Mose 1,7) –  Fruchbares Land, Ägypten wie der Garten Eden, sie waren dort fruchtbar und vermehrten sich.
  • Die Propheten benutzten den Garten in ihren Verheissungen der Erlösung:
    • Denn der HERR tröstet Zion; er tröstet alle ihre Trümmer und macht ihre Wüsten wie Eden und ihre Einöde zu einem Garten des HERRN. Freude und Wonne, Danksagung und Lobgesang wird darin gefunden. (Jes 51,3)
    • s.a. Hes 36,33-36
    • Die Verheissung ist, dass Gott die Wüste nimmt und wieder in einen Garten verwandelt
  • Der Garten wird im Hohelied verwendet um den Ort der Gegenwart Gottes und Intimität/völlige Einheit mit Gott zu beschreiben.
  • Jesus im Garten Gethsemane – so wie der Fluch in einem Garten ausgesprochen wurde, nahm Jesus ihn in einem Garten wieder auf sich.
  • Jesus wurde in einem Garten begraben
  • Und ist dort auferstanden.
  • Offenabrung: Die Verheissung des Flußes (wie in Eden), der fliesst und Bäume wachsen an seinem Ufer, die Heilung zu den Nationen bringen. -> Garten

Es gäbe zum Garten Eden noch viel mehr zu sagen wie Bspw. Die Edelsteine im Garten Eden, die Bäume im Garten, die Tiere im Garten, die Tatsache, dass der Garten Eden auf einem Berg war und die Symbolik der Berge, die immer wieder im Zusammenhang mit der Erlösung benutzt werden. 

Mehr davon findet man im Buch von David Chilton – Paradise Restored

Wasser

Jesus redet mit der Frau am Jakobsbrunnen und er nimmt das Wasser als Anlass (Symbol) um mit ihr über das ewige Leben zu reden. Warum? Weil Wasser eine tiefe Symbolik in der gesamten Bibel hat.

  • Am Beginn der Schöpfung schwebte der Geist Gottes über den Wassern.
  • Vier Wasserströme fliessen im Garten Eden.
  • Wasser bedeckt in der Sintflut die ganze Erde – daraus entsteht ein Neuanfang, eine neue Schöpfung. (Petr vergl. die Arche Noah deshalb in seinen Briefen mit der Taufe)
  • Gott öffnet Hagar eine Wasserquelle in der Wüste (für Ismael)
  • Mose (der Retter) wird aus dem Wasser gezogen.
  • Das Volk zieht durchs rote Meer und wird dadurch gerettet.
  • Gott schenkt Wasser aus dem Felsen in der Wüste. (Wasser im allgemeinen stillt den Durst)
  • Alle Reinigungsrituale (Waschungen) im AT-Gesetz.
  • Überquerung des Jordan
  • Der Klang von Wasserrauschen / Stimme Gottes
  • Strom des Lebens, der unter dem Tempel hervorkommt.

Zusammenfassung

  • Es gibt eine Sprache des Heiligen Geistes: Bilder Symbole, die wir kennenlernen müssen.
  • Um die Bedeutung von Aussagen / und auch diese Sprache des heiligen Geistes kennenzulernen müssen wir “Arbeiter am Wort” sein.
  • Wir müssen das Wesen einzelner Passagen der Bibel verstehen -> welche Art von Text haben wir gerade vor uns.
  • Der Unterschied von Symbole und Sinnbildern (Typen)
  • Smybole haben eine einzelne Aussage, aber es gibt keinen “Code”
  • Typen zeigen auf eine zukünftige Erfüllung und sind komplexer als Symbole
  • Je besser unsere Bibelkenntnis ist, desto stärker kann ein Symbol / Bild zu uns sprechen und desto besser verstehen wir den Text/die Aussage.

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